Flossenbürg (epd). Mit einer Gedenkfeier erinnert die KZ-Gedenkstätte Flossenbürg am 23. April (Sonntag) an die Befreiung des Konzentrationslagers vor 78 Jahren. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU), der bayerische evangelische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm und der Holocaust-Überlebende und Zeitzeuge Leon Weintraub werden zu den etwa 600 Gästen sprechen, sagte ein Gedenkstättensprecher dem Evangelischen Pressedienst (epd) am Mittwoch. Der Gedenkakt beginnt um 14.30 Uhr und wird live im Internet übertragen.

Für die Veranstaltung reisen neben dem Überlebenden Weintraub sechs weitere ehemalige Häftlinge aus der ganzen Welt an. Es sind dies Josef Salomonovic, Eric Hitter, Martin Hecht, Shlomo Selinger, Leszek Zukowski und Herzog Max von Bayern.

In einem Zelt der Begegnung vor der ehemaligen Kommandantur seien zudem am Wochenende des 22. und 23. April Besucher eingeladen, untereinander und mit den Mitarbeitern der Gedenkstätte ins Gespräch zu kommen, sagte der Sprecher weiter. Am Samstagnachmittag werde eine Gedenktafel für die Zeugen Jehovas im "Tal des Todes" enthüllt. Im Anschluss liest der Autor Christoph Wilker aus seinem Buch "Und wieder war ich gerettet", in dem die Geschichte des Juden Alex Ebstein erzählt wird.

Das Konzentrationslager Flossenbürg wurde am 23. April 1945 von US-amerikanischen Truppen befreit. Bei ihrer Ankunft fanden Angehörige der 90. US-Infanteriedivision der 3. US-Armee noch etwa 1.500 schwerkranke und geschwächte Häftlinge im Lager vor. Wenige Tage vor Ankunft der US-Amerikaner hatte die SS ungefähr 15.000 Häftlinge des Stammlagers Flossenbürg auf sogenannte Todesmärsche in Richtung Süden getrieben.