Bad Kissingen (epd). Friedensgottesdienste sind nach Ansicht des bayerischen evangelischen Landesbischofs Heinrich Bedford-Strohm ein wichtiges Signal. Sie könnten zwar "den Krieg nicht stoppen", sagte er am Sonntag beim Kantaten-Gottesdienst während des internationalen Klassik-Festivals Kissinger Sommer in der Erlöserkirche Bad Kissingen laut Redemanuskript. Friedensgottesdienste würden aber dabei helfen, "den Keim dafür zu pflanzen, dass wir uns nicht an die Gewalt gewöhnen" und "aus der Vergangenheit lernen".

Bedford-Strohm sagte, der Krieg sei für die Europäer nach Ende des Zweiten Weltkriegs lange weit weg gewesen. "Er war die ganze Zeit da, in anderen Teilen der Welt: im Jemen, in Syrien, in Afghanistan. Aber er war weit weg. Man konnte ihn verdrängen." Das sei durch den nur wenige hundert Kilometer entfernten Krieg in der Ukraine nun nicht mehr möglich. "Schon gar nicht in diesen Tagen, da ein groß angelegtes Manöver über Deutschland stattfindet", in dem die Luftstreitkräfte ihre Verteidigungsfähigkeit übten, sagte er.

Bedford-Strohm erinnerte an das Jesus-Wort: Liebe deinen Nächsten wie dich selbst. Es gehe darum, anderen Menschen immer so zu begegnen, "dass ihr sie als Geschöpfe Gottes erkennt und anerkennt". Zudem sollten die Menschen nicht am Geld kleben, sondern es vielmehr so einsetzen, "dass alle Menschen in Würde leben können". Dies alles habe Jesus den Menschen gesagt, "das alles ist der Türöffner für den Weg zum Frieden", sagte Bedford-Strohm: "Gott wartet, dass wir es hören."