Nürnberg (epd). Ein gutes Leben zu leben ist nach Ansicht des bayerischen evangelischen Landesbischofs Christian Kopp "gar nicht so einfach". Es gehe darum "all das Außen um mich herum und alles in mir drin in eine gute Balance zu bringen", sagte Kopp am Sonntag laut Manuskript bei der "Straßenkirchweih" zum Abschluss der Kirchturmrenovierung in Edelsfeld (Kreis Amberg-Sulzbach). Äußerlich pflegten sich Menschen heute aufwendig, sie cremen, trainieren und stylen sich, betonte Kopp: "Machen wir das nach innen genauso?" Auch dort gehe es "um Training".

Seine Großmutter, die aus Edelsfeld stammt, habe immer die Tageslosung im Neukirchener Kalender gelesen, sagte Kopp: "So hat sie ihre innere Balance trainiert." Dabei habe sie sich die guten Worte aufgehoben und "die weniger guten ziehen lassen". Genau darum gehe es: "Wir brauchen viel Gutes und weniger Schlechtes." Das sei aber gerade in der digitalen Welt schwierig. "Wir sind die bestinformierten Menschen aller Zeiten." Man könne sich rund um die Uhr auf dem Laufenden halten, sagte der Landesbischof. Man komme dann allerdings "nicht mehr zur Ruhe"

Es gebe viele verschiedene Wege, die innere Balance zu üben. Eine Minute Stille am Tag könne beispielsweise ein Ansatz sein. "Mich auf das konzentrieren, was mir wirklich wichtig ist", erläuterte Kopp. So wie man sein Zuhause in Ordnung halte und aufräume, benötige man auch ein "inneres Aufräumen": "Wo geben wir denn all das hin, was wir nicht mehr brauchen können?" In früheren Zeiten sei das "klar und einfacher" gewesen. Man habe das Belastende an Gott übergeben. "Das Leben und Gott loben" könne ein "gutes Motto" für eine innere und äußerte Balance sein.