Würzburg (epd). Die bayerische Landeskirche sucht eine neue Seelsorgerin oder einen neuen Seelsorger für die Justizvollzugsanstalt (JVA) Würzburg. In der Ausschreibung in der Oktober-Ausgabe des "Amtsblatts" heißt es, man suche jemanden mit "profilierter seelsorgerlicher Erfahrung", der psychisch und physisch belastbar ist und der die "besondere Situation von inhaftierten Menschen" als krisenhafte Lebenssituation begreife und respektiere. Die Gefängnisseelsorge in der JVA Würzburg sei ökumenisch ausgerichtet.
Für die Arbeit in der Gefängnisseelsorge werden Mitarbeitende der Landeskirche für zunächst fünf Jahre beurlaubt - sie haben dienstrechtlich eine besondere Stellung zwischen Kirche und Freistaat. Sie sind an das Justizministerium über einen "Gestellungsvertrag" abgeordnet und der JVA Würzburg zugewiesen. Neben die kirchliche Dienstaufsicht trete damit auch eine staatliche, die sich etwa bei der Genehmigung von Urlaub zeige. Aus den Bewerbungen schlägt der Landeskirchenrat dem Justizministerium eine Person vor.
Einzelseelsorge ist Schwerpunkt
Bewerbungen für die Stelle sind noch bis zum 20. Oktober möglich. Die Stelle kann danach sofort besetzt werden, heißt es in der Ausschreibung. Die JVA Würzburg hat momentan etwa 560 Gefangene, davon sind etwa 80 Frauen. Die Haftzeit der Insassen beträgt bis zu sechs Jahre. Die Anstalt verfügt über mehrere Werkstätten, eine Jugendarrestanstalt, eine stationäre Krankenabteilung und eine psychiatrische Klinik. Einzelgespräche seien ein besonderer Schwerpunkt der seelsorgerlichen Tätigkeit in der JVA, heißt es.
Die bisherige Gefängnispfarrerin Astrid Zeilinger war an der JVA seit Sommer 2018 tätig.