München (epd). Mit einer "Charme-Offensive für unsere Gottesdienste" will die bayerische evangelische Landeskirche die Menschen zurück in die Kirche holen. "Back to church" heißt die Aktion, bei der Gemeinden und ihre Mitglieder bayernweit am 24. September jedermann einladen sollen, einen Gottesdienst zu besuchen. Mitinitiator Michael Wolf sagte dem Evangelischen Pressedienst (epd), weshalb an diesem Tag eine nachhaltige Willkommenskultur vorgelebt werden soll für Menschen, die nicht regelmäßig im Gottesdienst sind.

Die Idee: Gottesdienstbesucher laden andere Menschen dazu ein, mitzugehen oder bringen diese gleich mit. Das Projekt gab es in einzelnen Regionen Bayerns schon 2017, 2018 und 2019. Diesmal versuchen Stefan Gehrig, Leiter des Gottesdienstinstitutes, und Michael Wolf, Referent für Kirchen- und Gemeindeentwicklung im Landeskirchenamt, von den Regionalbischöfen bis zu den Dekaninnen und Dekanen alle in ein Boot zu holen. "Es gibt regionale Einladungskarten, wo die Gottesdienste der Region draufstehen."

Die positiven Erfahrungen in den Regionen mit dieser Aktion seien durch Corona jäh unterbrochen worden, als teilweise gar keine Gottesdienste erlaubt waren und danach nur mit strengen Auflagen. "Das war das Gegenteil von Willkommenskultur und Einladung zum Gottesdienst", sagt Wolf. Die Erfahrung sehr vieler Gemeinden nach der Pandemie sei, dass die Gottesdienste schlechter besucht sind als vorher. Bayern sei die erste Landeskirche in Deutschland, die diese Aktion großflächig anbietet.

Dieser Aktions-Sonntag werde heuer an vielen Orten noch "auf kleiner Flamme" durchgeführt, soll künftig aber jährlich stattfinden. Am diesjährigen Aktions-Sonntag sollen keine Spektakel veranstaltet werden, um die Kirchen voll zu bekommen, sagte Wolf. Der Charme komme von den Menschen, die an diesem Sonntag Gastfreundschaft leben, authentisch zum Gottesdienst einladen und diesen bewusst vorbereiten. Die Aktion wird begleitet durch das Landeskirchenamt, das Gottesdienstinstitut und das Amt für Gemeindedienst.