Pappenheim (epd). Mit einer Videobotschaft und einer schriftlichen Stellungnahme hat sich die Evangelische Landjugend (ELJ) gegen jegliche Form von Extremismus gestellt. Auslöser ist ein Vorfall in einem Dorf in Mittelfranken vor wenigen Tagen, als ELJ-Mitglieder bei einer Auseinandersetzung verbotene rechtsextreme Symbole verwendet hatten, wie es in der Stellungnahme vom Freitag heißt. In dem Dorf, das die ELJ nicht namentlich nennen will, sei eine private Feier "eskaliert", als ELJ-Mitglieder auf städtische Jugendliche mit "linksextremen" Ansichten trafen.

"Für uns als ELJ ist dieses Verhalten nicht akzeptabel", teilte der ELJ-Landesvorstand schriftlich mit: "Wir engagieren uns weiter für Demokratie und die Entwicklung junger Menschen zu eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeiten." Die zuständige hauptberufliche ELJ-Referentin wurde kurz nach dem Vorfall über diesen informiert und hat nach intensiven Gesprächen mit den Jugendlichen, deren Eltern und Verantwortlichen der Kirchengemeinde ein Treffen organisiert, bei dem sich die Jugendlichen "in der Dorföffentlichkeit" ausdrücklich entschuldigten.

Neben dem Einzelfall und Sofortmaßnahmen zeigt sich die ELJ aber generell besorgt darüber, dass "rechtsextreme Denk- und Handlungsmuster unter jungen Menschen in ländlichen Räumen zunehmend Verbreitung finden" und auch "vermeintlich an Attraktivität gewinnen". Der geschäftsführende ELJ-Landesvorstand Manfred Walter sagte dazu dem Evangelischen Pressedienst (epd), die Ausbreitung von rechtem Gedankengut sei eine Herausforderung, "die längst nicht mehr nur Ostdeutschland" betreffe. Die Arbeit demokratischer Jugendverbände sei deshalb enorm wichtig.

"Ein wichtiges Element der Prävention ist die Präsenz der Landjugendverbände mit ehrenamtlichen Strukturen und hauptberuflichen Fachkräften", teilte die ELJ weiter mit. Diese "soziale Beziehungsarbeit" schaffe die Grundlage für weitere Bildungsarbeit. Man entwickle in einem aktuellen Projekt beispielsweise mobile "Escape-Rooms", in denen Dorfjugendliche "mit theaterpädagogischen Methoden Streitkultur einüben können". Schon in der Vergangenheit habe es ähnliche erfolgreiche politische Bildungsprojekte gegeben.