Amberg (epd). Zum 30. Todestag des Homophobie-Opfers Klaus-Peter Beer in Amberg ruft das "Bündnis gegen das Vergessen" zu einer Mahnwache auf. Beer wurde am 7. September 1995 von zwei Neonazis in Amberg brutal ermordet, weil seine Homosexualität nicht in das Weltbild seiner Mörder gepasst habe, teilte das Bündnis am Dienstag mit. Auch heute seien queere Menschen wieder verstärkt Angriffen und Anfeindungen ausgesetzt. Die Mahnwache mit anschließendem Demonstrationszug am 7. September auf dem Marktplatz beginnt um 15 Uhr.
Jahrelang sei von offizieller Seite der Mantel des Schweigens über die Tat gehüllt und extrem rechte Gewalt verharmlost worden, sagte Bündnissprecher Stefan Dietl. Erst 25 Jahre später und dank anhaltender Proteste sei Beer als Opfer rechter Gewalt anerkannt worden. Im Jahr 2020 wurde der Mord als rechtsmotivierte Gewalttat in die polizeiliche Kriminalstatistik aufgenommen.
2022 veröffentlichte das Bündnis eine umfassende Dokumentation "In Gedenken an Klaus-Peter Beer. Neonazistische Gewalt und antifaschistisches Erinnern in Amberg", die bundesweit Beachtung fand und mit dem renommierten Antirassismus-Preis "Die Gelbe Hand" ausgezeichnet wurde. Im selben Jahr wurde eine Gedenktafel in der Nähe des Tatorts angebracht.