München (epd). Die aktuell hohen Zahlen von Kirchenaustritten bewegen den Erzbischof von München und Freising, Kardinal Reinhard Marx, nach eigener Aussage "zutiefst". Die Kirchenaustritte könne und dürfe er als Bischof nicht einfach wegschieben, sagte er laut einer Mitteilung des Erzbischöflichen Ordinariats am Samstag bei einem Gottesdienst, bei dem er drei Priester weihte.
Er frage sich, was er gegen die Austritte tun könne, doch darauf gebe es keine einfachen Antworten. Aber eine wichtige Aufgabe für alle Christen sei es, persönlich die Frage zu beantworten, warum man Christ sei und was das bedeute und dies als Kirche dann auch zu leben. Eine Gemeinschaft, die "sucht nach einer Hoffnung, die auch dem Tod und der Angst und dem Leiden standhält, und die das in ihrer Mitte feiert, mit großer Zuversicht, ohne Antwort auf alle Fragen zu haben", so Marx, könne auch gut in die Zukunft gehen.
Unter den Getauften und Gefirmten gebe es viele, "wo die Menschen spüren: dieser Mann, diese Frau, diese Person" sei "eine Geistliche, ein Geistlicher", sagte Kardinal Marx. Dies sei Gott sei Dank nicht ein Privileg der Priester. Diese aber hätten "in besonderer Weise das Geistliche zu leben", betonte der Erzbischof. "Wenn die Priester nicht Männer des Gebets sind und Männer, die von der Tiefe her kommen, wenn sie keine Gottsucher sind, dann werden sie nicht fruchtbar wirken können."