Augsburg (epd). Deutschlands Maschinenbau-Präsident Karl Haeusgen hat gefordert, dass die Deutschen länger arbeiten sollen. "Eine Rente mit 68 halte ich für einen gangbaren Weg. Auf alle Fälle sollten wir es Arbeitnehmern freistellen, dass sie auch mit 68 in Rente gehen können, wenn sie das wollen", sagte der Chef des Branchenverbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) der "Augsburger Allgemeinen" (Samstag). Es gebe viele Menschen, die länger arbeiten wollen. Haeusgen ist überzeugt: "Wir brauchen längere Lebensarbeitszeiten. Hier muss man natürlich differenzieren." Wer eine gesundheitlich belastende Arbeit mache, solle früher als andere in Rente gehen können.
Zudem sprach sich der Maschinenbau-Präsident für die 40-Stunden-Woche aus: "Sie muss in der Metall- und Elektroindustrie, zu der der Maschinenbau gehört, anders als heute die Regel werden." Eine 35-Stunden-Woche wäre dann die Ausnahme. "Die Metall-Branche muss ein neues Normal finden", forderte Haeusgen gegenüber der Tageszeitung. Dieses Thema werde irgendwann auch bei den Gewerkschaften ankommen: "Der Schmerz muss nur groß genug sein. Die 40-Stunden-Woche wird kommen."
Karl Haeusgen ist seit Oktober 2020 Präsident des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau. Zuvor war der Unternehmer Vize-Präsident der Organisation und von 2008 bis 2014 Vorstandsvorsitzender des VDMA Bayern. Der studierte Betriebswirt wurde 1996 Geschäftsführer der in Aschheim bei München sitzenden Hawe Hydraulik GmbH. Heute ist er Vorsitzender des Aufsichtsrats des Unternehmens. Für die Hawe Gruppe arbeiten 2750 Beschäftigte.