Meeder (epd). Seit 1650 wird im kleinen Ort Meeder im Landkreis Coburg das Friedensdankfest gefeiert, um an das Ende des Dreißigjährigen Krieges zu erinnern. Heuer ist es am 24. August wieder so weit. Das Fest beginnt laut Manfred Seemann vom Friedensmuseum Meeder mit einem Gottesdienst in der Laurentiuskirche. Danach werde es Vorträge im Museum, Gespräche und einen Flohmarkt geben. Zum Ausklang gibt der Pianist Yehuda Inbar ein Konzert in der Anna B. Eckstein Schule.

"Die Herausforderung ist immer wieder, wie wir dieses Thema ins Bewusstsein der jungen Generation kriegen", sagte Seemann dem Evangelischen Pressedienst (epd). Bereits die Kinder in der evangelischen Kita und in der ortsansässigen Grundschule kämen mit dem Thema in Berührung. Vor Kurzem haben das Friedensmuseum, die Kirchengemeinde Meeder und die politische Gemeinde für ihre Arbeit den mit 50.000 Euro dotierten Bürgerpreis vom Bayerischen Landtag erhalten.

Eines der Projekte, bei denen das Thema Frieden ganz wörtlich greifbar wird, ist der Friedensteppich - eine Art große Patchwork-Decke mit verschiedenen bunten Bildmotiven und Texten, die vom Frieden handeln. "Wir haben mittlerweile mehr als 40 solcher Teppiche, an denen schon etwa 300 Leute gearbeitet haben", sagte Seemann. An den Gestaltungsaktionen könnten sich Kinder wie Erwachsene beteiligen. Ein Friedensteppich ist laut Andreas Meyer, Kirchenvorstand in St. Laurentius, "ein sichtbares Zeichen der Zusammenarbeit".

Am 19. August 1650 verordnete der Coburger Herzog Friedrich Wilhelm II. ein Friedensdankfest im gesamten Fürstentum. Mit ihm sollte des Westfälischen Friedensschlusses von 1648 gedacht werden, der den Dreißigjährigen Krieg beendete. Neben der Stadt Augsburg hat nur Meeder dieses Ritual bis heute bewahrt. Seit 1971 wird das Friedensdankfest alle zehn Jahre groß im gesamten Coburger Raum gefeiert. Das nächste Mal wird das 2031 der Fall sein.