Aschaffenburg, Kiew (epd). Ab Ende April sind für mehr als ein dreiviertel Jahr im Aschaffenburger Schad Museum 73 Meisterwerke aus dem Chanenko Nationalmuseum in Kiew zu sehen. Gezeigt werden unter dem Motto "A European Collection" Gemälde aus dem 15. bis 19. Jahrhundert, wie das Schad Museum am Montag mitteilte. Darunter befinden sich Werke von Künstlern wie Peter Paul Rubens (1577-1640), Rembrandt van Rijn (1606-1669), Claude-Joseph Vernet (1714-1789) oder auch Antonio Canova (1752-1822).
Das Chanenko Nationalmuseum gilt als das bedeutendste Kunstmuseum der Ukraine. Es befindet sich im Zentrum von Kiew und ist in der ehemaligen Stadtvilla des Sammlerehepaars Bhodan und Varvara Chanenko untergebracht. Seit Beginn des russischen Angriffskriegs im Februar 2022 war das Museum bereits mehrfach Ziel von Attacken. Während einzelne Werke aus Kiew bereits in europäischen Museen zu sehen waren, werden sie im Schad Museum nun erstmals außerhalb von Kiew in dieser Geschlossenheit präsentiert.
"Die Kronjuwelen des Hauses"
Das Projekt "A European Collection" sei deshalb "mehr als eine Ausstellung", heißt es in der Ankündigung der Sonderschau. Es sei vielmehr "ein Rettungsschirm für die kulturelle Identität eines Landes". Die 73 Werke aus Kiew bilden das Herzstück der Museumssammlung zu abendländischer Kunst und seien "die Kronjuwelen des Hauses", sagte die Generaldirektorin des Chanenko-Museums Yuliya Vaganova laut Mitteilung. Sie wird auch bei der offiziellen Vorstellung der Sonderschau im Aschaffenburger Schad Museum dabei sein.
Die Sonderausstellung wird vom 30. April bis einschließlich 10. Februar kommenden Jahres gezeigt. Das Aschaffenburger Schad Museum widmet sich dem Leben und Werk des Malers Christian Schad (1894-1982). Es wurde von der Stadt eingerichtet und ist Teil der dortigen Museumsmeile, zu der unter anderem auch die Kunsthalle Jesuitenkirche gehört.