Nürnberg (epd). Der Militärbischof der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bernhard Felmberg, will im Verteidigungsfall gut vorbereitet und handlungsfähig sein. "Ich habe da aus der Coronakrise für mich meine Schlüsse gezogen", sagte er am Mittwoch bei einem Pressegespräch in Nürnberg. Die evangelische Kirche sei während der Pandemie "gefühlt nicht einen Zentimeter weiter" gewesen als andere gesellschaftliche Organisationen. "Das passiert mir jedenfalls für diesen Bereich kein zweites Mal", sagte Felmberg mit Blick auf die angestrebte Zeitendwende in der Verteidigungspolitik.

Von Mittwoch bis Freitag tagt die Gesamtkonferenz Evangelischer Militärgeistlicher in Nürnberg. Das Tagungsthema ist in diesem Jahr: "Resilienz. Wie widerstandsfähig sind wir?" Gemeinsam mit Gästen aus Kirche und Bundeswehr reflektieren die Geistlichen die aktuellen Herausforderungen der Militärseelsorge. Ein zentraler Punkt wird laut Felmberg das "Rahmenkonzept Seelsorge und Akutintervention im Spannungs- und Bündnisfall" sein. Dieses werde gerade in Abstimmung mit katholischen und jüdischen Kolleginnen und Kollegen aus der Militärseelsorge erarbeitet.

Der sogenannte "geistliche Operationsplan" sehe unter anderem vor, dass die Militärseelsorge verschiedener Länder international zusammenarbeitet. In Deutschland soll die Kooperation mit anderen Fachbereichen, wie Medizin und Psychologie, verstärkt werden. Gleiches gelte für die Vernetzung mit anderen seelsorgerlichen Einrichtungen. "Es ist nötig, dass im Fall der Verteidigung oder einer Katastrophe Militärseelsorge, Krankenhaus-, Polizei-, Notfall- und Gefängnisseelsorge intensiv miteinander vernetzt arbeiten", sagte Felmberg.

Er habe die Hoffnung, dass das ökumenische Rahmenkonzept im Juni in die Kirchenkonferenz der EKD eingebracht werden kann. Sei dies erfolgreich verlaufen, müsse aus dem Rahmenkonzept ein konkretes Handlungskonzept entstehen, das bis auf die Ebene von einzelnen Kirchengemeinden reiche. "Da erwarte ich, dass es ein intensiver und längerer Prozess ist", so Felmberg. Er merke aber in Gesprächen mit den Landeskirchen, "dass bei aller Zurückhaltung, über diese Dinge nachdenken zu wollen, es trotzdem eine innere Bereitschaft gibt, sich diesen Fragen zu stellen".