Nürnberg (epd). Der Freistaat Bayern will im Rahmen eines Aktionsplans "QUEER" bayernweit mehr Beratung zu den Themen der sexuellen Orientierung anbieten. Fachkräfte und Ehrenamtlichen aller Altersgruppen sollen dafür sensibilisiert und fortgebildet werden, teilte die bayerische Familienministerin Ulrike Scharf (CSU) hat am Mittwoch mit. Zum Aktionsplan gehöre auch, an Unternehmen und soziale Organisationen zu appellieren, Diversitäts-Pläne aufzustellen. Es soll Runde Tische und Vernetzung der Initiativen und Organisationen im LSBTIQ-Bereich in allen Regierungsbezirken geben, hieß es.
"Selbstbestimmt, gleichberechtigt, diskriminierungs- und gewaltfrei leben zu können - das muss in Bayern für alle Menschen selbstverständlich sein, unabhängig von ihrer geschlechtlichen Identität und sexuellen Orientierung", stellte Scharf fest. Teilhabe queerer Menschen sei ein wichtiges Ziel bayerischer Politik. Sie werde zu einem Runden Tisch "Miteinander stärken. Diskriminierung überwinden" einladen, kündigte Scharf an. Ihr Gesprächsangebot richte sich zunächst an Verbände und Organisationen, wie das LSBTIQ-Netzwerk oder die Wohlfahrtsverbände oder Gleichstellungsbeauftragten.
Im LSBTIQ-Netzwerk in Bayern sind in den vergangenen zwei Jahren den Angaben nach fünf regionale Beratungsstellen und ein Fortbildungsprogramm für Fachkräfte aufgebaut worden. Es sei eine Online-Plattform "Queeres Netzwerk Bayern" entstanden. Inzwischen gebe es auch ein anonymes bayernweites Hilfetelefon für LSBTIQ-Menschen, die Gewalt oder Diskriminierung erlebt haben. Für Maßnahmen im LSBTIQ-Bereich stünden im Jahr 2023 700.000 Euro zur Verfügung, teilte das Ministerium mit.