München (epd). Die bayerischen Bauern müssen in diesem Jahr wohl mit einer unterdurchschnittlichen Getreideernte rechnen. Allerdings werden die Erträge je nach Wasserversorgung und Bodengüte stark variieren, teilte das bayerische Landwirtschaftsministerium am Mittwoch nach einer Erntepressefahrt in den Landkreis Ebersberg mit. Vor allem beim Winterweizen würden unterdurchschnittliche Erträge für Bayern erwartet: rund 75 Doppelzentner Ertrag pro Hektar. Winterweizen wird auf etwa 458.000 Hektar angebaut.

Agrarministerin Michaela Kaniber (CSU) sagte, wegen ergiebiger Niederschläge im April und Anfang Mai sei wenig Zeit für Feldarbeiten gewesen und das Bestellen von Mais, Zuckerrüben und Kartoffel habe ungewöhnlich lange gedauert. Ab Mitte Mai habe eine ausgeprägte Trockenphase das Wachstum der Kulturen gehemmt. Die Ministerin sieht die Prognosen der Klimaforscher bestätigt, nach denen es in Bayern immer häufiger Extremwetterlagen gebe, die sich auf das Pflanzenwachstum und die Arbeit der Bäuerinnen und Bauern auswirkten.

Die Landwirte würden aber nicht nur unter wetterbedingten Ertragseinbußen leiden, sondern müssten auch mit stark steigenden Betriebsmittelkosten kämpfen, sagte Kaniber. Die Düngerpreise hätten sich verdreifacht, während die Erlöse für Getreide seit Ende 2022 wieder bis auf das Niveau vor dem russischen Überfall auf die Ukraine gesunken seien.