München (epd). Mit einer Gedenkveranstaltung feiert die Landeshauptstadt am Donnerstag (6. Juli) das fünfjährige Bestehen ihres Konzepts "Erinnerungszeichen" für die Opfer des NS-Regimes. Im Juli 2018 seien die ersten Erinnerungszeichen in München gesetzt worden, teilte das Kulturreferat in einer Presseerklärung vom Freitag mit. "Inzwischen sind es über 200 an mehr als 80 Orten im ganzen Stadtgebiet." An der Veranstaltung nehmen Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD), Kulturreferent Anton Biebl und Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde (IKG) München teil. Im Anschluss werden an fünf Orten Erinnerungszeichen für elf Münchnerinnen und Münchner angebracht, die von den Nazis ermordet wurden.

Anders als in vielen anderen bayerischen Städten sind die "Stolpersteine" des Künstlers Gunter Demnig in München auf öffentlichem Grund nicht erlaubt. Teile der jüdischen Gemeinschaft, darunter IKG-Präsidentin Knobloch, üben Kritik an den in den Boden eingelassenen Messingplatten, weil dadurch die Namen der Opfer abermals mit Füßen getreten würden. Im Jahr 2015 hatte der Münchner Stadtrat das Verbot bekräftigt und stattdessen ein eigenes Konzept erarbeitet. Die Erinnerungszeichen können als Tafeln an Hauswände oder als Stelen vor Gebäuden angebracht werden. Sie ermöglichten "ein individuelles Erinnern auf Augenhöhe", heißt es auf der Homepage der Stadt.