München (epd). Diesen Mittwoch (10. Juni) hat im Alten Gasteig in München eine besondere Inszenierung Premiere: "Und dennoch morgen" verbindet historische Zeugnisse verfolgter Menschen aus der NS-Zeit mit Musik, Tanz, Videokunst sowie Stimmen junger Menschen von heute, wie die Europäische Janusz Korczak Akademie am Freitag mitteilte. Schirmherrin des Abends ist Bayerns Sozialministerin Ulrike Scharf (CSU), die Inszenierung ist Teil des Projekts "Kunst mit Haltung - eine kulturelle Initiative gegen Antisemitismus".

Im Zentrum stehe ein neues Werk des zeitgenössischen Komponisten Mathias Rehfeldt. Dieses Stück basiere auf bisher unveröffentlichten Briefen seiner Familie aus der NS-Zeit. Es verwandle "persönliche Erinnerungen in ein eindrucksvolles musikalisches Zeugnis gegen das Vergessen", hieß es. Ergänzt wird das Stück durch Texte wichtiger jüdischer Stimmen des 20. Jahrhunderts, etwa von Dichterin Elke Lasker-Schüler (1869-1945), Literaturnobelpreisträgerin Nelly Sachs (1891-1970) und dem Holocaust-Überlebenden Elie Wiesel (1928-2016).

Vergangenheit und Gegenwart verbinden

Begleitet von einem Orchester, professionellen Solisten und dem Bayerischen Junior Ballett entstehe eine "außergewöhnliche Inszenierung", die Vergangenheit und Gegenwart miteinander verbinden will. Besondere Rollen übernehmen dabei Jugendliche aus den Projekten "YouthBridge" und "Shalom Ukraine" der Janusz Korczak Akademie. Die Akademie wurde 2009 gegründet und ist eine jüdische Bildungseinrichtung, die sich als Begegnungsort versteht und sich unter anderem für den Abbau von Vorurteilen einsetzt.