Ingolstadt (epd). Nach dem Diebstahl des Goldschatzes aus dem Kelten Römer Museum im oberbayerischen Manching sind vier Männer zu Gefängnisstrafen zwischen vier Jahren und neun Monaten sowie elf Jahren verurteilt worden. Das Landgericht Ingolstadt war von der Schuld der Angeklagten überzeugt, sagte Gerichtssprecherin Petra Osthoff am Dienstag dem Evangelischen Pressedienst (epd). Die Angeklagten hatten zu allen Vorwürfen geschwiegen und ihre Verteidiger hatten Freisprüche verlangt.
Die Strafkammer ist bei der Strafbemessung weitgehend dem Antrag der Staatsanwaltschaft gefolgt. Sie hatte zwischen sechseinhalb und zwölf Jahre Haft gefordert. Die Beschuldigten, drei Männer aus dem Raum Schwerin, einer aus Berlin, sitzen seit zwei Jahren in Untersuchungshaft. Sie wurden wegen schweren Bandendiebstahls und weiterer Straftaten verurteilt.
Hauptbeschuldigter ist ein Mann aus Schwerin. Er wurde zu elf Jahren verurteilt. Seine beiden Mittäter wurden zu acht und sieben Jahren sowie ein weiterer Täter zu vier Jahren und neun Monaten verurteilt. Bei dem Täter, der zu sieben Jahren verurteilt wurde, habe der Nachweis einer Tatbeteiligung in Manching nicht hinreichend erwiesen werden können, sagte die Gerichtssprecherin. Dieser Beschuldigte wurde in vier Fällen wegen vollendeten Bandendiebstahls und in drei Fällen wegen versuchten Bandendiebstahls verurteilt.
Die Strafkammer legte den Angeklagten zur Last, dass sie mehr als zehn Jahre als Bande tätig gewesen seien und eine Vielzahl von Diebstählen begangen hätten. Bei der Urteilsbegründung habe besonders schwer gewogen, dass der Goldschatz "unwiederbringlich" verloren sei, wobei der kulturelle Verlust des Goldes seinen materiellen Wert bei weitem übersteige, so die Gerichtssprecherin. Die Staatsanwaltschaft hatte den materiellen Wert auf eineinhalb Millionen Euro beziffert.
Die Angeklagten waren in der Nacht auf den 22. November 2022 in das Kelten Römer Museum eingedrungen und hatten den mehr als 2000 Jahre alten keltischen Goldschatz gestohlen. Archäologen hatten die 483 Goldmünzen und einen größeren Klumpen aus Gold im Jahr 1999 bei Ausgrabungen in Manching gefunden. Vom größten Teil der Beute fehlt bis heute jede Spur.
Das Bayerische Landeskriminalamt hatte nach dem Einbruch eine Sonderkommission gegründet. Die Kriminalbeamten kamen den Tätern auf die Spur, nachdem sie in der Nähe des Tatorts Einbruchwerkzeug gefunden hatten, auf dem sich eine DNA-Spur befand. Der Mann aus Berlin führte bei der Festnahme Goldklumpen mit sich. Dabei soll es sich um 72 zusammengeschmolzene Goldklumpen handeln.
Den vier Beschuldigten werden weitere Einbrüche in Deutschland und Österreich vorgeworfen. Die Staatsanwaltschaft spricht von 30 Fällen, die zwischen 2014 und 2022 in unterschiedlicher Besetzung verübt wurden. Dabei wurden Tresore und Geldautomaten unter anderem in Verbrauchermärkten und Tankstellen aufgebrochen.
Das Landgericht Ingolstadt hatte die Hintergründe des Diebstahls an 32 Tagen seit Januar dieses Jahres verhandelt. Eine Vielzahl von Zeugen waren gehört und zahlreiche Beweisstücke gesichtet worden.