Hilpoltstein (epd). Zum Ende der Skisaison in Bayern fordert der Landesbund für Vogel- und Naturschutz (LBV), dass die Förderung von Seilbahnen und Beschneiungsanlagen durch den Freistaat abgeschafft wird. In der vergangenen Saison hätten die Betreiber wegen mangelnden Schneefalls häufig auf eine energieintensive Beschneiung durch Schneekanonen zurückgreifen müssen, teilte der LBV am Freitag mit. Dennoch investierten viele bayerische Skigebiete weiter in den Ausbau und die Modernisierung ihrer Liftanlagen, auch durch die Seilbahnförderrichtlinie der Staatsregierung.

"Abseits des ökonomischen Desasters ist bei den Skisubventionen kein öffentliches Interesse erkennbar. Mit der Förderung von Skianlagen werden stattdessen öffentliche Gelder der Steuerzahler klimaschädlich eingesetzt", sagte Norbert Schäffer, Vorsitzender des LBV, laut Mitteilung. Den durch die Klimakrise verursachten Schneemangel durch dauerhafte Beschneiung zu bekämpfen, hält der LBV für nicht nachhaltig.

Die Förderung der bayerischen Skianlagen gehe zudem auf Kosten des Artenschutzes. Mit wachsender Infrastruktur werde der Lebensraum selten gewordener Arten wie Birk-, Auer- und Schneehuhn verbaut. Dies verstärke sich noch, da laut Richtlinie für eine Förderung auch in das Sommerangebot investiert werden müsse. "Das wird ganzjährig zu einem stärkeren Zulauf an den Bergstationen führen und die Störungen der bedrohten Alpenarten werden weiter steigen", sagte der LBV-Vorsitzende. "Der Ausbau der bayerischen Skigebiete ist abgeschlossen. Wir sollten uns eigentlich nur noch mit dem Rückbau beschäftigen."