Hilpoltstein, Schönau am Königssee (epd). Der bayerische Landesbund für Vogel- und Naturschutz (LBV) kritisiert, dass die Gemeinde Schönau am Königssee beschlossen hat, den Winterbetrieb der privaten Jennerbahn in Zukunft mit 300.000 Euro pro Jahr zu unterstützen. "Wenn Skigebiete nur noch mit öffentlichen Geldern künstlich am Leben gehalten werden, ist das eine Absurdität inmitten der Klimakrise", sagte LBV-Geschäftsführer Helmut Beran laut Mitteilung am Dienstag. Nachdem der Neubau der Jennerbahn mit 10,5 Millionen Euro subventioniert wurde, seien jetzt weitere öffentliche Gelder notwendig, um den defizitären Winterbetrieb aufrecht zu erhalten.

Es sei alarmierend, dass sich die angekündigte finanzielle Unterstützung der Gemeinde über einen angekündigten Zeitraum von drei bis zehn Jahren bis auf drei Millionen Euro summieren könnte, während die Betreiber selbst Zweifel an der Zukunftsfähigkeit ihres Winterbetriebs hegten, so die Mitteilung weiter. Gleichzeitig arbeite die Bahn bereits intensiv an Alternativen wie Winterwandern und Rodelbetrieb, die besser mit den absehbaren ökologischen und gesellschaftlichen Herausforderungen der Zukunft vereinbar seien. Die Entscheidung der Gemeinde Schönau stehe im klaren Kontrast zu einem bewussten Schutz der Natur und zu nachhaltigem Tourismus.

Der Großteil der bayerischen Skigebiete habe Anspruch auf Subventionen durch die 2009 vom Bayerischen Wirtschaftsministerium eingeführte "Seilbahnförderrichtlinie". Mit ihr würden zum Beispiel auch Beschneiungsanlagen gefördert. "Die Modernisierung von Skigebieten mit Steuergeldern zu subventionieren, ist in Zeiten des Klimawandels ein völlig aus der Zeit gefallenes System", sagte Beran. Der LBV forderte die Gemeinde Schönau auf, ihre Entscheidung rückgängig zu machen und stattdessen in eine nachhaltige Tourismusentwicklung zu investieren.