München (epd). Dem Mieterverein München zufolge hat sich das Wohnen zur Miete in der bayerischen Landeshauptstadt im vergangenen Jahr weiter stark verteuert. So liege die durchschnittliche Netto-Kaltmiete laut qualifiziertem Mietspiegel pro Quadratmeter in diesem Jahr bei 14,58 Euro und damit um 21 Prozent über dem Wert von 2021, teilte der Mieterverein mit. In den Wert seien lediglich die Quadratmeterpreise aus jenen Mietverträgen eingeflossen, die in den letzten sechs Jahren abgeschlossen wurden. Den Angebotsmieten - also inserierten Mietangeboten - zufolge liege der aktuelle Kalt-Quadratmeterpreis bei 20 Euro und mehr.
Solche Mietpreise belasteten die Haushalte enorm, sagte Mietervereins-Vorsitzende Beatrix Zurek. In der Landeshauptstadt leben ärmere Haushalte zu 67 Prozent in Miete, bei den reicheren sind es 62 Prozent. 58 Prozent der Haushalte mit Kindern wohnten überdies zur Miete, bei Menschen über 60 sei es etwa die Hälfte. Als arme Haushalte werden jene definiert, die weniger als 60 Prozent des mittleren Nettogehalts in München bekommen, als reiche jene mit einem Einkommen von mehr als 200 Prozent des mittleren Nettogehalts. 62 Prozent der ärmeren Haushalte zahlen mehr als 40 Prozent ihres Nettoeinkommens für Wohnkosten.
Durch die steigenden Energiepreise habe sich die Situation weiter verschärft. So sei der Anteil der Brutto-Wohnkosten am Nettoeinkommen für einen durchschnittlichen Haushalt mit zwei Kindern von 34 auf 36 Prozent gestiegen, bei einer Alleinerziehenden von 43 auf 46 Prozent. Zurek sagte, energetische Sanierungen seien wichtig und könnten die Nebenkosten senken. "Aber es muss sichergestellt werden, dass diese nicht nur wieder von den Mieterinnen und Mietern finanziert werden", erläuterte die Vereinschefin. Klimaschutz sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.