München (epd). Beim Landesverein für Heimatpflege startet im September für vier Jahre eine Projektstelle für das "Netzwerk jüdisches Leben und historisches jüdisches Erbe in Bayern", die vom bayerischen Kultusministerium finanziert wird. Das Projekt soll bayernweit jüdische Gemeinden und Kultureinrichtungen mit staatlichen und gesellschaftlichen Einrichtungen vernetzen, sagte Ludwig Spaenle, Antisemitismusbeauftragter der Staatsregierung, bei der Vorstellung am Donnerstag in München. "Es ist ein weiterer Baustein, der das Thema jüdisches Leben und seinen Weg in Bayern begleitet und unterstützt."
Olaf Heinrich, Vorsitzender des Bayerischen Landesvereins für Heimatpflege, wies auf die große Expertise der Heimatpflegerinnen und -pfleger hin, die in Bayern flächendeckend vertreten sind und sich mit der jüdischen Geschichte beschäftigen. "Sie sind oft bereits in solchen Themen aktiv und haben die Möglichkeit, die Vernetzungsarbeit in die Region hineinzubringen", sagte er. Ziel sei, regelmäßige Treffen zwischen den Akteuren zu veranstalten und eine digitale Präsenz aufzubauen. Man wolle dafür eng mit dem Landesverband der Israelitischen Kultusgemeinden in Bayern zusammenarbeiten.
Ludwig Spaenle zitierte den Vorsitzenden der Israelitischen Kultusgemeinde in Nürnberg, Jo-Achim Hamburger, der ihm einmal gesagt habe: "'Redet nicht nur über die toten Juden, sondern redet mit den lebenden.' Das hat sich bei mir eingebrannt." Die Projektstelle soll den engagierten Menschen ein organisatorisches Rückgrat für die Interessenvertretung geben und eine "tragende Brücke in Gesellschaft und Politik" bilden.