München (epd). Die Ärztin Marianne Koch hat am Mittwoch in München das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse erhalten. Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) habe ihr die Auszeichnung überreicht, teilte das Gesundheitsministerium mit. Der Minister habe das Lebenswerk Marianne Kochs gewürdigt, die sich als Ärztin, Schauspielerin, Moderatorin, Medizinautorin und Medizinjournalistin besondere Verdienste erworben habe.

"Ihr eigentlicher Beruf und ihre wahre Berufung blieben stets die Medizin", sagte Holetschek bei der Ehrung der 91-Jährigen. Sie habe erfahren, "welche große Bedeutung die sogenannte sprechende Medizin hat und wie wichtig der enge, vertrauensvolle Kontakt zur Patientin und zum Patienten ist." Nach ihrer Zeit als praktizierende Ärztin sei es ihr Anliegen, die komplexe Materie Medizin für alle leicht zugänglich und verständlich zu machen. Das sei ihr mit Medizinbüchern und bis heute mit der Livesendung im Bayerischen Rundfunk "Das Gesundheitsgespräch" gelungen.

Marianne Koch war als Medizinstudentin für eine Filmrolle entdeckt worden. Sie spielte 20 Jahre in Filmen. Ihre Karriere führte sie auch nach Hollywood. 1955 erhielt sie den Bundesfilmpreis für den Film "Des Teufels General", in dem sie mit Curd Jürgens auftrat, hieß es in der Laudatio. Ihr international wohl bekanntester Film war der Italo-Western "Für eine Handvoll Dollar" mit Clint Eastwood.

Als Spätberufene schloss Koch nach der Filmkarriere ihr Medizinstudium ab, wurde Internistin und moderierte einmal im Monat die Fernsehshow "3 nach 9". Mit 55 Jahren eröffnete sie mit anderen Medizinerinnen und Medizinern in München eine Praxisgemeinschaft. Nach der Praxistätigkeit wurde sie Medizinjournalistin.

Koch ist Ehrenpräsidentin der Deutschen Schmerzliga und Schirmherrin der Deutschen Hochdruckliga. Seit 2020 ist sie Kuratorin der Stiftung Allgemeinmedizin.