Freiburg, München (epd). Das Landgericht München hat am Mittwoch einen Priester wegen sexualisierter Gewalt zu drei Jahren und drei Monaten Haft verurteilt. Zum Tatzeitpunkt arbeitete der Seelsorger in der südbadischen Seelsorgeeinheit Todtmoos, die zur Erzdiözese Freiburg gehört, wie das Erzbistum mitteilte. Auslöser für das Verfahren war die Aussage eines Betroffenen im Jahr 2023.
Der heute 58-Jährige hat laut Medienberichten im Jahr 2005 nach einem Besuch des Münchner Oktoberfests zwei betrunkene männliche Jugendliche in einem Hotelzimmer sexuell missbraucht. Außerdem fanden die Ermittler jugendpornografische Aufnahmen auf seinem Smartphone. Der Täter, Mitglied eines Ordens, war geständig. Das Urteil ist nicht rechtskräftig, es kann innerhalb einer Woche angefochten werden.
Erzbistum sichert Betroffenen Unterstützung zu
Die Erzdiözese Freiburg äußerte in einer Stellungnahme Scham darüber, dass die Taten über einen langen Zeitraum unentdeckt geblieben seien. Man bekenne sich zur Mitverantwortung. Die Diözesanleitung sieht durch das Urteil die Notwendigkeit einer aktiven Interventions- und Präventionskultur bestätigt und ermutigt weitere Betroffene dazu, sich zu melden. Das Erzbistum sichert zu, in jedem Fall die staatliche und kirchliche Strafverfolgung zu unterstützen.