München (epd). Die Beteiligten am Projekt "Inklusives Wohnen in Bayern stärken" haben am Donnerstag Empfehlungen und Forderungen vorgestellt. Holger Kiesel, Behindertenbeauftragter der Bayerischen Staatsregierung, der Verein Wohn:Sinn und die Aktion Mensch setzen sich dafür ein, dass Menschen mit Behinderung selbst entscheiden können, wo, mit wem und in welcher Form sie leben, so die Mitteilung. Die Empfehlungen seien innerhalb eines Jahres bei Treffen mit Vertreterinnen und Vertretern von Menschen mit Behinderung, Angehörigen, Verbänden und Leistungserbringern erarbeitet worden.

Eine Forderung ist, inklusives Wohnen im öffentlichen Bewusstsein zu etablieren. Dafür sollen Menschen mit Behinderung einen niedrigschwelligen Zugang zu einer unabhängigen Unterstützung in Form eines Case Managements bekommen. Leistungsanbieter, Kostenträger, Vermieter und andere Stellen sollen besser über die Thematik informiert werden. Um die Rahmenbedingungen für inklusives Wohnen zu verbessern, soll unter anderem mehr geeigneter Wohnraum geschaffen und gefördert werden. Die Projektverantwortlichen fordern, die Wohnangebote gezielt am Bedarf der Zielgruppe zu planen und das Pflege-Wohn-Qualitäts-Gesetz weiterzuentwickeln.

"Wichtig ist mir vor allem die Schaffung einer Fachstelle für inklusives Wohnen", sagte Holger Kiesel laut Mitteilung. Es brauche in Bayern dringend einen Ort, an den sich alle Beteiligten wenden können, "damit sie die nötigen Informationen erhalten und ein stabiles Netzwerk entsteht". Insgesamt müssten die Bekanntheit und der Stellenwert des inklusiven Wohnens in Politik und Gesellschaft in Bayern deutlich wachsen. Dazu trage auch das Projekt bei.

Inklusives Wohnen ist dem Projekt zufolge seit Jahren eine zentrale Forderung der Menschen mit Behinderung. Bayernweit herrsche ein großer Mangel an bezahlbaren, rollstuhlgerechten und barrierefreien Wohnungen. Insbesondere fehle es an inklusivem, familienfreundlichen Wohnraum, in dem Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam wohnen können.