Erlangen, München (epd). Das Bündnis "Bildungswende jetzt! Für ein gerechtes und inklusives Bildungssystem" ruft für den 23. September zu einem bundesweiten Protesttag auf. In Bayern werde es Demonstrationen in Erlangen und München geben, teilte das Bündnis, ein Zusammenschluss von 150 Gewerkschaften, Bildungsverbänden, Eltern- und Schülervertretungen, am Montag mit. In Erlangen startet die Kundgebung am Schlossplatz um 11.00 Uhr. Die Demonstration in München beginnt am Königsplatz um 12.05 Uhr.

"Wir fordern für Bayern die Zulassung von Gemeinschaftsschulen als weitere Schulart im öffentlichen Schulsystem, um bessere Voraussetzungen für Inklusion und Bildungsgerechtigkeit zu schaffen", sagte Christine Lindner, Vorstand von "Eine Schule für Alle" und Co-Sprecherin von "Bildungswende jetzt!" in Bayern laut Mitteilung. "Es wird Zeit, dass sich das starre bayerische System unverzüglich für eine echte Inklusion öffnet", ergänzte Siegfried Grob, Mitglied des Landesvorstandes der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Bayern. Mehr sonderpädagogische Kompetenz an beruflichen Schulen forderte Bernhard Stiedl, Vorsitzender des DGB Bayern. Dies sei dringend nötig, um die Inklusion in der Berufsausbildung voranzubringen.

Am 29. und 30. August überprüft der UN-Ausschuss für die Rechte von Menschen mit Behinderungen in Genf zum zweiten Mal seit 2018 die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention (BRK) in Deutschland. Die BRK ist seit 2009 hierzulande geltendes Recht. Zahlreiche Bürger aus mehreren Bundesländern werden sich, zum Teil mit ihren Kindern, auf den Weg nach Genf machen, um dort vor dem UN-Gebäude für mehr Inklusion zu demonstrieren, hieß es in der Mitteilung weiter. Bei der inklusiven Bildung gehe die Entwicklung in Deutschland aktuell eher rückwärts als vorwärts. Die Zahl der Schüler an den Förderschulen steige wieder an. Der UN-Ausschuss hatte bereits 2015 empfohlen, "Sondersysteme schrittweise abzubauen".