München, Hamburg (epd). Die ARD-Intendanten haben auf ihrer Sitzung am Freitag einen Überblick über die Radiowellen gegeben, die im Zuge des neuen Reformstaatsvertrags wegfallen sollen. Allein beim Bayerischen Rundfunk (BR) fällt die sogenannte terrestrische Verbreitung der vier Radiosender Puls, BR24live, BR Schlager und BR Verkehr weg, wie die ARD am Freitag in Hamburg mitteilte. Bis auf die Verkehrswelle, die als Digital-Sender über DAB+ verbreitet wurde, waren die drei Sender auch per UKW analog empfangbar.

Neben diesen vier BR-Radiowellen trifft die Reduzierung auch die Sender Blue, Schlager und Info Spezial vom Norddeutschen Rundfunk (NDR). Beim Mitteldeutschen Rundfunk (MDR) heißt es Aus für die Wellen Klassik, Tweens und Schlagerwelt, außerdem beim Westdeutschen Rundfunk (WDR) für das Event und die Radiowelle Die Maus. Darüber hinaus sollen die jungen Programme und die Infoprogramme im Südwesten über die bereits bestehenden Sendestrecken hinaus kooperieren. Der Hessische Rundfunk (HR), der Südwestrundfunk (SWR) und der Saarländische Rundfunk (SR) würden dazu Konzepte erarbeiten, hieß es.

Audiothek mit mehr Angeboten für Kinder

In der digitalen Audiothek will die ARD "Soundzonen" für Kinder anbieten. Dabei würden das WDR-Mausradio und Figarinos Fahrradladen vom MDR eine wichtige Rolle spielen. Die Verzahnung mit dem Kinderkanal KiKA, den ARD und ZDF gemeinsam tragen, werde mitgedacht. Für Schlagerfans soll in der ARD-Audiothek eine digitale Schlagerwelt entstehen. Dabei würden unter anderem Livestreams und Hitparaden miteinander verzahnt und eine "Brücke zu den großen Schlager-TV-Events geschlagen", kündigte die ARD an.

Zudem verspracht der Senderverbund Fans klassischer Musik eine "Klassikheimat" in der Audiothek. Unter anderem soll dafür der MDR Inhalte zum bisherigen Angebot BR Klassik beisteuern. Generell sollen die klassikorientierten Wellen stärker als bislang Inhalte austauschen. Der neue Reformstaatsvertrag schreibt vor, dass die ARD bis 2027 von den aktuell 69 terrestrisch verbreiteten Radiowellen nur noch 53 unterhalten darf. Die geforderten Reduzierungen variierten je nach Landesrundfunkanstalt und würden von den einzelnen Häusern der ARD umgesetzt, teilte die ARD mit.