Augsburg (epd). Trotz des vielen Regens im Juli steht das Grundwasser in Bayern immer noch niedrig. Aktuell weisen rund 30 Prozent der oberflächennahen Messstellen und Quellen weiterhin niedrige bis sehr niedrige Werte auf, wie ein Sprecher des bayerischen Landesamts für Umwelt dem Evangelischen Pressedienst (epd) in Augsburg am Samstag sagte. Dies betreffe vor allem Nordbayern und Schwaben, aber auch Südbayern.
Der Juli sei geprägt gewesen von häufigen Tiefdruckgebieten, die teils aus westlichen oder nördlichen Richtungen in den Freistaat gelangten. In Nordbayern wurden laut Umweltamt 15 Prozent mehr Niederschläge als im Vergleichszeitraum (1971 bis 2000) registriert, in Südbayern waren es 29 Prozent mehr - und häufiger stärkere Regenfälle.
Dass vor allem in Nordbayern und Schwaben das Grundwasser noch niedrig steht, liege zum einen an den geringeren Niederschlagsmengen im Juli, zum anderen an der Situation vor Ort. In Südbayern gebe es an vielen Messstellen eine "mächtige ungesättigte Bodenzone", so der Sprecher: Die Schicht über dem Grundwasser, in der die Hohlräume nicht ganz mit Wasser gefüllt sind, sondern auch Luft enthalten, sei sehr dick. Darum habe der versickerte Regen das Grundwasser teilweise noch gar nicht erreicht.
Auch in den tieferen Stockwerken des Grundwassers zeigen rund 43 Prozent der Messstellen noch Niedrigwasser an. Der regenreiche Juli konnte laut Umweltamt also das bisherige Niederschlagsdefizit noch nicht ausgleichen: "Sollte sich erneut eine anhaltend trockene Witterung einstellen, wird sich die Niedrigwassersituation wieder verschärfen", so der Sprecher.
Insgesamt gibt es vier Kategorien - von "kein Niedrigwasser" bis "neuer Niedrigstwert". Die Klassifikationen "niedrig" und "sehr niedrig" stellen laut Umweltamt "noch keine hydrologische Extremsituation" dar.