Ansbach (epd). Christinnen und Christen sind nach Ansicht der Ansbach-Würzburger Regionalbischöfin Gisela Bornowski "notwendig für die Welt". Diese brauche Christenmenschen "so dringend wie die Pflanzen das Licht, wie der Körper das Salz", sagte Bornowski am Freitagmorgen bei einer Andacht anlässlich der Bachwoche in der Ansbacher St. Johanniskirche: "Licht gehört ins Dunkel, Salz in die Suppe und wir Christen in die Welt." Denn die Welt sei oft dunkel und es lebten viele Menschen in ihr, denen das Leben nicht schmecke.
Aufgabe von Christinnen und Christen sei es, dass sie diese Menschen "etwas von Gott merken lassen", so wie es Jesus einst getan habe, sagte Bornowski: "Er suchte die Menschen dort auf, wo sie waren." Jesus habe seine Jünger "das Salz der Erde und das Licht der Welt" genannt, weil er große Hoffnungen in sie gesetzt habe. "Er traut uns zu, in gutem Sinne so die Welt zu verändern, wie er es tat." Dies geschehe im persönlichen Alltag oft unspektakulär. Etwa, indem man für jemanden einstehe oder dessen schwere Einkaufstasche trage.
Die Aussage Jesu wirke angesichts der aktuellen Krise, in der sich die Kirchen in westlichen Ländern befänden, wenig demütig, erläuterte die evangelische Theologin. Dass die Menschen den Kirchen derzeit in Scharen den Rücken kehrten, "ist ja nur das äußere Symptom einer viel tiefer gehenden inneren Krise, eines Relevanz- und Vertrauensverlustes", sagte Bornowski laut Redemanuskript. Dennoch sei die Aussage richtig, denn jene, die Jesus nachfolgten, seien etwas "Elementares für das Leben auf der Erde, in dieser Welt".