Aschau (epd). Beim traditionellen Berggottesdienst am Sonntag (16. Juli) an der Kampenwand hat der Münchner Regionalbischof Christian Kopp auch über Berge gepredigt. "In den Bergen fühle ich das Wunder des Lebens so hautnah." Er sei davon überzeugt, dass Glaube Berge versetzen kann, sagte Kopp laut Predigtmanuskript. "Ich habe das erlebt. Wie der Glaube mein Leben verändert hat. Wie ich als religiöser Menschen Licht und Hoffnung und Zuversicht speichern kann auch für trübe Zeiten. Und dieser Speicher in meinem Herz, in meiner Seele trägt auch in den schweren Zeiten des Lebens."
Kopp, der ab 1. November Landesbischof der bayerischen Protestanten ist, predigte über einen Abschnitt aus dem vierten Kapitel des Evangeliums nach Johannes. Dort wird berichtet, wie Jesus per "Fernheilung" den todkranken Sohn eines Beamten heilt. Kopp zeigte sich fasziniert von der Begegnung zwischen Jesus und dem Beamten: "Was mich in dieser Geschichte immer fesselt, ist die Qualität des Gesprächs. Die Kontaktqualität. Die ist bei Jesus einfach unvergleichlich gut. Ich lerne für meine alltäglichen Kontakte von Jesus immer etwas."
Die Besucher des jährlichen Berggottesdienstes waren entweder zu Fuß zur rund 1450 Meter hohen Steinlingalm unterhalb der Kampenwand aufgestiegen, oder sie hatten die Kampenwandbahn zu Hilfe genommen. Zum Gottesdienst hatte das evangelische Dekanat Rosenheim eingeladen. Er stand unter dem Motto des Psalmverses "Nähme ich Flügel der Morgenröte". Traditionell geben beim ältesten Berggottesdienst Oberbayerns die Posaunenchöre des Kirchenkreises München und Oberbayern den Ton an, zudem spielen die Hafenstoaner Alphornbläser.