München (epd). Das bayerische Kultusministerium gibt neuen Lehrerinnen und Lehrern, die sich für Schulen in bestimmten ländlichen oder grenznahen Regionen bewerben, eine Regionalprämie von 3.000 Euro. Einen Zuschuss gibt es laut Ministeriums-Homepage beispielsweise für Pädagogen aller Schularten im Landkreis Hof oder im Landkreis Miltenberg oder für Grundschullehrer im Landkreis Neumarkt, für Gymnasiallehrer im Raum Tirschenreuth. Die Prämie sei ein weiterer Baustein, "um die Unterrichtsversorgung in Bayern dauerhaft zu sichern", sagte Kultusminister Michael Piazolo (FW) am Mittwoch laut einer Mitteilung seines Ministeriums. Die Maßnahme kritisierten Lehrerverbände umgehend.
Eine Regionalprämie können diejenigen erhalten, die ab dem Schuljahr 2023/24 als Lehrkräfte beim Freistaat Bayern neu eingestellt oder aus einem anderen Bundesland nach Bayern versetzt werden und in einer "Prämienregion" mindestens zwei Jahre tätig sind, hieß es.
Der Vorsitzende des Bayerischen Philologenverbands (bpv), Michael Schwägerl, kritisierte den Vorstoß. Die neue Prämie schaffe Ungerechtigkeiten "in einem ohnehin durch den Lehrermangel angespannten System". Er fragte, warum gerade der Großraum und die Stadt München fast komplett ausgenommen würden, obwohl dort der Bedarf an Lehrkräften steige. Außerdem würden Lehrerinnen und Lehrer, die bereits eine Planstelle hätten und sich in eine der Regionen mit hohem Bedarf versetzen lassen, leer ausgehen.
Auch der bayerische Realschullehrerverband (brlv) stellte fest, dass die Prämie ein Ungleichgewicht schaffe. Fest angestellte Lehrkräfte, die sich innerhalb Bayerns versetzen lassen, würden keine Unterstützung erhalten, während neu eingestellte oder Kollegen aus anderen Bundesländern Prämien erhalten könnten. "Es wäre besser, sich auf eine umfassende Lösung des Lehrermangels zu konzentrieren, anstatt kurzfristige Anreize zu schaffen, die möglicherweise mehr schaden, als nutzen", heißt es in der Mitteilung.