Füssen (epd). Kurz vor der Entscheidung des Unesco-Komitees über die bayerischen Königsschlösser als Welterbe ist am Montag der Abschluss von Sanierungsarbeiten an Schloss Neuschwanstein gefeiert worden. Das Schloss sei prägend für Bayern, sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU), "das wollen wir bewahren und erhalten". Neuschwanstein sei "Bayern pur". Das Märchenschloss verbinde große bayerische Gefühle, Kunst und Kultur "und auch ein bisschen Kitsch und Klischee". Das Schloss besuchen pro Jahr rund 1,1 Millionen Menschen.
Seit 2017 seien die Schau-, Neben- und Funktionsräume von Schloss Neuschwanstein sowie die ehemalige Königswohnung im Torbau umfassend saniert und restauriert worden, erklärte Kunstminister Markus Blume (CSU). In den vergangenen Monaten seien restliche Arbeiten in den Prunkräumen fertiggestellt worden. Dazu zählten die Restaurierung des Waschbeckens im Schlafzimmer sowie die Elektrifizierung historischer Leuchter mit fast 250 elektrischen Kerzen. Seit 1994 wurde an der gesamten Schlossanlage restauriert. Insgesamt rund 43 Millionen Euro habe der Freistaat investiert, davon allein über 22 Millionen Euro in die Restaurierung der Prunkräume in den vergangenen acht Jahren.
Bereits seit 2015 sind die Königsschlösser Ludwigs II. - neben Neuschwanstein auch Herrenchiemsee, Linderhof und das Königshaus Schachen - offiziell zur Ernennung zum Unesco-Welterbe auf der deutschen Vorschlagsliste eingetragen, heißt es in der Mitteilung. Anfang 2024 habe der Freistaat Bayern den Welterbeantrag "Die Schlösser König Ludwigs II. von Bayern: Neuschwanstein, Linderhof, Schachen und Herrenchiemsee - Gebaute Träume" bei der Unesco eingereicht. Die Entscheidung wird nach aktuellen Planungen für kommenden Samstag (12. Juli) erwartet.
Die Grundsteinlegung für Schloss Neuschwanstein erfolgte am 5. September 1869. Am 1. August 1886 wurde es - wie auch die anderen Königsschlösser nach dem Tod des Märchenkönigs Ludwig II. - der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.