Nürnberg (epd). Eine Christus-Figur aus der Werkstatt des Tilman Riemenschneider (um 1460 bis 1531) gehört nun zum Bestand des Germanischen Nationalmuseums (GNM) in Nürnberg. Der Himmelfahrtschristus sei in dem Museum die achte Skulptur von Tilman Riemenschneider oder seiner Werkstatt, teilte das Haus mit. Es handele sich um einen "Auferstandenen Christus" oder auch "Himmelfahrtschristus" aus der Zeit um 1505 bis 1510. Das Werk sei wohl der früheste und qualitätvollste bislang bekannte Himmelfahrtschristus aus der Riemenschneider-Werkstatt. Der Fördererkreis des Germanischen Nationalmuseums in Nürnberg habe ihn kaufen können.
Die Holzskulptur zeigt Christus als Auferstandenen auf einem Wolkensockel, die rechte Hand zum Segen erhoben. Mit der linken umfasste er ursprünglich eine Siegesfahne. Auffallend ist die Gestaltung der Füße, die von dem Sockel abzuheben scheinen. Die Kunsthistoriker gehen davon aus, dass die Figur zum szenischen Nachspielen des biblischen Berichts von der Himmelfahrt Christi eingesetzt wurde. Im Laufe der nächsten Monate werde die Skulptur untersucht, gereinigt und restauriert. Ab Frühjahr 2025 soll sie in der neukonzipierten Dauerausstellung zur Kunst des Spätmittelalters gezeigt werden, hieß es.
Tilman Riemenschneider gilt als der bedeutendste Bildschnitzer des Spätmittelalters, heißt es in der Mitteilung des GNM. Mit seiner Werkstatt habe er den fränkischen Raum mit einer Vielzahl an Figuren und Altären beliefert. Sein Ruhm habe aber weit über die Region hinausgestrahlt.
"Der Christus schließt eine Lücke in unserem Bestand", sagte Generaldirektor Daniel Hess. Als sogenanntes handelndes Bildwerk verdeutliche die Figur einen für die spätmittelalterliche Liturgiepraxis wesentlichen Aspekt. Sie ergänze den Themenbereich des Bewegten Bildes "auf das Beste."