Würzburg, München (epd). Das geplante Gipsbergwerk des Baustoff-Herstellers Knauf bei Würzburg bedroht nach Ansicht des Bundes Naturschutz (BN) die Trinkwassersicherheit in der Region rund um die unterfränkische Großstadt. Am Mittwochabend habe man 15.695 Unterschriften an den Staatssekretär im bayerischen Wirtschaftsministerium, Tobias Gotthardt (Freie Wähler), übergeben, die einen Stopp des geplanten Bergwerks fordern, teilte der BN mit. Das Bergwerk nahe Altertheim im Kreis Würzburg wäre Deutschlands größtes Gipsbergwerk.

Der BN hatte im Juni einen Appell an die Staatsminister Hubert Aiwanger und Thorsten Glauber (beide Freie Wähler) gestartet, das geplante Gipsbergwerk zu stoppen und sich für die Festsetzung des neuen Trinkwasserschutzgebietes Zeller Quellstollen im Landkreis Würzburg einzusetzen. Die stellvertretende BN-Landesbeauftragte Christine Margraf sagte bei der Übergabe: "Trinkwasser für 80.000 Menschen ist wichtiger als private Profit-Interessen." Untertagebaue seien in Wasserschutzgebieten untersagt. Die bedrohten Quellen seien im trockenen Franken "unersetzbar".

Die "Zeller Quellen" versorgen laut BN rund die Hälfte der Würzburger Bevölkerung mit Trinkwasser. Um dies in der notorisch trockenen Region auch für die Zukunft sicherzustellen, wollen die Stadt und der örtliche Wasserversorger das Wasserschutzgebiet erweitern. Genau innerhalb der vorgesehenen weiteren Schutzzone will die Firma Knauf nun ein Bergwerk errichten. Knauf betont die enorme Bedeutung des heimischen Gipsabbaus - auch für die Arbeitsplätze des Konzerns in der Region.