München (epd). Am Samstag ist das 40. Filmfest München zuende gegangen. Wie die Veranstalter mitteilten, kamen zu den rund 500 Filmvorführungen an den acht Festivaltagen rund 58.000 Besucher. Höhepunkt am letzten Tag war die Verleihung zahlreicher Preise aus verschiedenen Wettbewerben. Als bester internationaler Film wurde einstimmig von der Jury der Film "Les filles d’Olfa" von Kaouther Ben Hania mit dem mit 50.000 Euro dotierten ARRI Award ausgezeichnet. Er erzählt die Geschichte einer Mutter, die vier Töchter im Tunesien der Jahrtausendwende großzieht.

Den CineVision Award im Wert von 15.000 Euro für den besten internationalen Nachwuchsfilm erhielt "Crowrã" von João Salaviza und Renée Nader Messora. Der Film zeigt das Paradies einer indigenen Gemeinschaft, in der Natur und Mensch im Einklang sind.

Der in diesem Jahr zum zweiten Mal verliehene und mit 10.000 Euro dotierte CineRebels Award geht an das Filmdebüt "Augure" des belgisch-kongolesischen Rappers Baloji über den Glauben an Hexen und Zauberer in Afrika. Der Preis will besonders rebellisches Filmschaffen auszeichnen, heißt es.

Die Fipresci-Kritikerjury vergibt den Preis an "Fossil" von Regisseur Henning Beckhoff für seine bemerkenswerte Fähigkeit, soziale Brennpunkte - die Verknüpfung der Themen Arbeiterklasse, familiäre Generationenkonflikte und Umweltaktivismus - mit ironischem situativem und visuellem Humor und einer satirischen und dennoch einfühlsamen Sicht zu vermitteln.

Bereits am Freitagabend ist der mit insgesamt 70.000 Euro dotierte Förderpreis Neues Deutsches Kino in vier Kategorien vergeben worden. Für ihren Film "More Than Strangers" erhielt Sylvie Michel den Hautpreis als beste Nachwuchsregisseurin. Uschi Feldges sicherte sich den Preis in der Kategorie "Produzentische Leistung" für ihr Drama "Leere Netze" - ein Film, der laut Jury "eine ungewöhnliche Flucht-Geschichte in Romeo- und Julia-Form an der Küste Irans" erzählt.

Merle Grimme erhielt für "Clashing Differences" den Preis in der Kategorie "Bestes Drehbuch" sowie das Mentoring-Programm der Bavaria Fiction. In dem Drehbuch spiegle Grimme "auf humoristische Art und Weise den Zustand und den Umgang der Filmindustrie mit dem Thema Diversität auf Sein, Schein und Realität wider". Für die beste schauspielerische Leistung wurde Dor Aloni für seine Rolle im Film "Südsee" ausgezeichnet.