München (epd). Mit einem Festgottesdienst an Christi Himmelfahrt hat der bayerische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm den phänologischen Garten der Passionskirche Obersendling eingeweiht. Angesichts düsterer Vorhersagen zur ökologischen Balance der Erde sei das Projekt "ein Zeichen der Hoffnung", sagte Garten-Schirmherr Bedford-Strohm am Donnerstag. Die Gemeinde leiste zusammen mit Kindergärten und Schulen mitten in einer Großstadt "Umweltbildung von klein an". Zudem bringe sie durch die Gartenarbeit Menschen in Kontakt, die "der Keim für ein wachsendes Netzwerk zu werden versprechen".

Für ihn selbst sei Natur "eine der größten Quellen des Glücks", über die er auch als erwachsener Mann "wie ein Kind staunen" könne, sagte der Landesbischof. Besonders stimmig sei, dass inmitten des Gartens ein Taufstein stehe. "Die Taufe ist wie ein Anker, der bleibt, wenn wir den Kontakt mit Gott zu verlieren drohen", betonte der Theologe. Man könne zwar den Glauben verlieren, "aber den Segen Gottes verlieren wir nicht".

Die Passionskirche hatte 2020 begonnen, auf einem 100 Quadratmeter großen verwilderten Stück des Pfarrgartens einen "phänologischen Garten" anzulegen. In ihm machen 70 sogenannte Zeigerpflanzen den Wechsel der Jahreszeiten deutlich. Eine Langzeitdokumentation für den Deutschen Wetterdienst (DWD) könne dabei helfen, Veränderungen im Klima nachzuweisen, erklärte die Umweltbeauftragte der Passionskirche, Nicole Schröder-Rogalla. Zahlreiche Kooperationen mit Kindergärten, Schulen und Berufsschulen sorgten dafür, dass das Projekt ins Stadtviertel ausstrahlt. Die Gemeinde ist auch mit dem kirchlichen Umweltsiegel "Grüner Gockel" zertifiziert.

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