Coburg (epd). Das Sozialwerk Coburg Inklusiv gGmbH ist in eine wirtschaftliche Schieflage geraten und hat deshalb einen Antrag auf Eigeninsolvenz beim Amtsgericht Coburg gestellt. Das Ziel dabei sei laut einer Mitteilung des Diakonischen Werks Coburg die "nachhaltige Restrukturierung der wirtschaftlichen Basis" des Sozialunternehmens, das mit 300 Mitarbeitenden zu den größten Einrichtungen der Behindertenhilfe in Oberfranken gehört. Die praktische Arbeit, wie etwa die Betreuung in den Einrichtungen, sei von dem Insolvenzantrag jedoch nicht betroffen und werde "nahtlos" fortgeführt.

Das gemeinnützige Unternehmen, das auch von der Diakonie getragen wird und 2018 durch einen Zusammenschluss verschiedener Einrichtungen entstand, ist der Mitteilung zufolge bereits seit geraumer Zeit in einer "äußerst angespannten wirtschaftlichen Lage". Dazu seien noch finanzielle Belastungen aus der Corona-Zeit gekommen. Weitere Herausforderungen für den reformbedürftigen Pflege- und Betreuungsbereich sowie Preissteigerungen bei den Sachkosten hätten schließlich den Insolvenzantrag nötig gemacht. Mit diesem Schritt solle die Einrichtungen wieder auf eine "solide wirtschaftliche Basis" gestellt werden, sagte Geschäftsführer Bernd Baucks.

Wie Dekan Stefan Kirchberger als Vorsitzender des Verwaltungsrates der Diakonie Coburg versichert, werden in den Entrichtungen von Coburg Inklusiv die Mitarbeitenden weiterhin "mit Herz und vollem Einsatz" für die ihnen anvertrauten Kinder und Jugendlichen da sein. Die Löhne und Gehälter der Mitarbeitenden werden, so die Mitteilung weiter, bis Ende September durch die Bundesagentur für Arbeit getragen.

Die Coburg Inklusiv gGmbH umfasst den Angaben zufolge Schulen und schulvorbereitende Einrichtungen, heilpädagogische Tagesstätten, eine integrative Kita, ein Sozial-Pädiatrisches Zentrum und ein Zentrum für Frühförderung, in denen insgesamt 400 Kinder und Jugendliche betreut werden.