Fürth (epd). Vergangenes Jahr sind deutlich mehr Menschen nach Bayern gezogen, als von dort weggezogen sind. Der sogenannte Wanderungsgewinn habe 2022 bei 222.568 Personen gelegen, teilte das Landesamt für Statistik am Montag mit. Ein Jahr zuvor hatte der Wanderungsgewinn bei gerade 52.772 Personen betragen. Die mehr als 300-prozentige Zunahme begründen die Statistiker vor allem mit dem Krieg in der Ukraine; alleine bei Personen mit ukrainischer Staatsangehörigkeit lag das Wanderungsplus bei 133.200 Personen, hieß es.
Insgesamt zogen im Jahr 2022 mehr als 444.000 Menschen aus dem Ausland nach Bayern - und weitere gut 125.000 Personen aus den anderen 15 Bundesländern. Zugleich verließen etwa 226.000 Menschen Bayern in Richtung Ausland und weitere 119.700 zogen in andere Bundesländer. Das ergibt der Statistik zufolge einen Wanderungsüberschuss aus dem Ausland von 217.255 Menschen, gegenüber dem restlichen Bundesgebiet einen Wanderungsgewinn von 5.313 Personen - insgesamt also die rekordverdächtigen 222.568 Personen.
Die allermeisten Zuzüge aus dem Ausland kamen aus europäischen Ländern - nämlich 76 Prozent. Dazu zählt laut Statistikern auch die Ukraine mit 164.309 Personen. Aus anderen EU-Ländern kamen hingegen nur 3,5 Prozent nach Deutschland. In allen Regierungsbezirken wurde ein positiver Wanderungssaldo verzeichnet. Das heißt: Überall sind mehr Menschen zu- als weggezogen.