Eichstätt, München (epd). Immer mehr Arbeitgeber in Deutschland bieten im Zuge der Corona-Pandemie in ihren Stellenausschreibungen eine Option auf Homeoffice an. Der Anteil der entsprechenden Online-Jobangebote habe sich zwischen 2019 und 2021 mehr als verdreifacht - und liege nun bei zwölf Prozent, teilte die Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt (KU) am Freitag mit. Das geht aus einer Auswertung des Münchner ifo Instituts und KU von 35 Millionen Stellenanzeigen hervor.

Der Anstieg der Homeoffice-Option in Stellenausschreibungen zeige sich über alle Wirtschaftssektoren hinweg. "Am stärksten war der Anstieg in Berufen, in denen vor der Krise das ungenutzte Homeoffice-Potenzial besonders hoch war", sagten der ifo-Forscher Jean-Victor Alipour und Christina Langer, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Makroökonomie der KU. Der Trend betrifft auch ländliche Regionen: So sei die regionale Ungleichheit zwischen urbanen und ländlichen Gebieten zwischen 2019 und 2020 um etwa 30 Prozent gesunken.

"Der 'Homeoffice-Schock' hat vielerorts die traditionelle Arbeitsorganisation aufgebrochen. Und es wird immer deutlicher, dass die Erfahrungen der Pandemie die Arbeitswelt nachhaltig prägen werden", betonen Alipour und Langer. Entscheidend für die Zukunft des Homeoffice werde sein, ob Unternehmen die Bereitschaft und die Kapazitäten hätten, ihre Führungsweise erfolgreich auf eine hybrid arbeitende Belegschaft anzupassen: "Bloße Investitionen in digitale Infrastruktur dürften dafür nicht genügen."

Die Studienmacher hatten mehr als 35 Millionen Online-Stellenausschreibungen zwischen Januar 2014 und März 2021 untersucht. Die Daten erhob das US-amerikanische Unternehmen Emsi Burning Glass, das auf Arbeitsmarktanalysen spezialisiert ist.

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