Würzburg (epd). Der katholische Würzburger Studierendenpfarrer Burkhard Hose hat am Freitag in Würzburg das Karl-Steinbauer-Zeichen der Bayerischen Pfarrgeschwisterschaft in Empfang genommen. Er wurde geehrt für sein Engagement für Flüchtlinge, gegen Antisemitismus und gegen die Diskriminierung von queeren Menschen innerhalb und außerhalb der Kirche sowie für die Segnung gleichgeschlechtlicher Paare, teilte das Pfarramt Abtswind am Samstag mit.

Burkhard Hose sieht in der Auszeichnung laut Mitteilung eine Bestärkung und den Auftrag, "dranzubleiben an der Gerechtigkeit". Diesen Auftrag könne er am besten in der Gemeinschaft erfüllen. Gemeinsam mit dem Team der Katholischen Hochschul-Gemeinde hatte der Studierendenpfarrer gegen Widerstände auch aus der Bistumsleitung Kirchenasyl gewährt. Er gehörte zu den Initiatoren der Würzburger Bewegung "Bunt statt braun" und ist stellvertretender Sprecher des Würzburger Ombudsrats gegen Diskriminierung, Mitglied im Sprecher:innenrat des Würzburger Bündnisses für Zivilcourage sowie katholischer Vorsitzender der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit.

2021 hatte Hose zusammen mit seinem Kollegen Bernd Mönkebüscher aus dem Erzbistum Paderborn eine Unterschriftenaktion für die Segnung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften in der katholischen Kirche gestartet, nachdem die Glaubenskonkregation in Rom solche Segnungen für nicht möglich erklärt hatte. Hose beteiligt sich an der Aktion #OutInChurch, die sich für die Rechte queerer Beschäftigter in der katholischen Kirche und ihren Einrichtungen einsetzt. In mehreren Büchern setzt sich Hose für politisches Engagement und eine neue Vision von Kirche ein. Für sein Engagement erhielt er 2014 den Würzburger Friedenspreis.

Das Karl-Steinbauer-Zeichen ist ein Glasfenster, das an Pfarrer Karl Steinbauer (1906 bis 1988) erinnert. Der Theologe legte sich schon als junger Vikar mit Landesbischof Hans Meiser wegen dessen Haltung zum NS-Regime an. Er gehörte zu den Gründungsmitgliedern der Bayerischen Pfarrbruderschaft, die sich gegen die Gleichschaltung der Evangelischen Kirche durch den NS-Staat stellte. Diese nannte sich 2022 in "Bayerische Pfarrgeschwisterschaft - Theologische Weggemeinschaft aus der Bekennenden Kirche" um.