Sulzbürg (epd). Eine geschichtsträchtige Region verbindet sich mit dem Namen "Landl", die seit mehr als 370 Jahren die evangelische Tradition hochhält und sich von Sulzbürg über Sulzkirchen bis hin nach Pyrbaum im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz erstreckt. Das geistliche Zentrum des "Landl" liege mit der 300 Jahre alten Schlosskirche St. Michael in Sulzbürg, sagte der evangelische Pfarrer Konrad Schornbaum dem Evangelischen Pressedienst (epd). Am 18. Juni begehe die evangelische Schlosskirche das Jubiläum mit einem Festgottesdienst.
Bis etwa 1630 war Österreich evangelischen Glaubens, doch als das Land an Bayern unter Maximilian I. fiel, setzte dieser den katholischen Glauben rigoros durch, sagte Ludwig Schiller vom Landlmuseum in Sulzbürg, wo man die Geschichte dieser Region nachverfolgen kann. So flüchteten ab 1650 evangelische Exulanten aus Österreich ins besagte Landl. Der Wolfsteiner Graf Georg Albrecht gab ihnen Herberge. Viele Häuser und Höfe rund um Sulzbürg standen damals infolge der Pest und des Dreißigjährigen Kriegs (1618-1648) leer. Nach Ende der Wolfsteiner Grafen um 1740 wurden auch Katholiken wieder heimisch. Zusammen mit der einheimischen jüdischen Bevölkerung habe es dort ein friedliches Zusammenleben gegeben.
Der Festgottesdienst (10 Uhr) werde vom Regensburger Regionalbischof Klaus Stiegler und der Neumarkter Dekanin Christiane Murner geleitet, sagte Schornbaum. Es gebe auch Schloss- und Gruftführungen sowie Standkonzerte. Eine Sonderausstellung des Landlmuseums könne an diesem Tag im angrenzenden Familienerholungsheim besucht werden.