Buxheim (epd). Am Supermarkt in Buxheim (Landkreis Unterallgäu) darf an der Kasse weiterhin nach Lust und Laune geratscht werden. Denn dieses Projekt gegen Einsamkeit wird bis zum 31. Dezember verlängert, wie Gesundheitsminister Klaus Holetschek am Sonntag in einer Pressemitteilung ankündigte. Die staatlich geförderte Möglichkeit zum zwanglosen Plaudern, bei der sich die Kassierer und Kassiererinnen bewusst Zeit für Gespräch nehmen, gehört zu dem Präventionsschwerpunkt "Licht an. Damit Einsamkeit nicht krank macht." des Gesundheitsministeriums.
Mit dem Programm, zu dem auch die Telefon-Engel-Aktion für ältere Menschen des Münchner Vereins Retla oder die "Habe die Ehre"-Angebote zur Gesundheitsförderung von Senioren in der oberpfälzischen Gemeinde Zell zählen, soll laut Holetschek das Thema Einsamkeit aus der "Tabuzone" geholt werden. Denn Einsamkeit könne jeden treffen.
Chronische Einsamkeit sei ein Risikofaktor für psychische und körperliche Erkrankungen wie Depressionen, Bluthochdruck, Diabetes oder Schlaganfall, erläuterte Holetschek. Vor allem während der Corona-Pandemie habe die Zahl einsamer Menschen stark zugenommen, von rund 2 Prozent der Bevölkerung 2017 auf über 16 Prozent 2021. Davon seien jüngere Menschen und Frauen besonders betroffen.