Ortenburg (epd). Ein besonderes Gerichtsurteil aus dem Jahr 1573 steht am Samstag, 4. März, im Zentrum eines Symposiums auf dem niederbayerischen Schloss Ortenburg. An jenem Tag vor genau 450 Jahren bestätigte das Reichskammergericht die Reichsunmittelbarkeit der Grafschaft Ortenburg - mit der Folge, dass die Religionsausübung in der Grafschaft gemäß den Bestimmungen des Augsburger Religionsfriedens (1555) vollzogen werden konnte. Die Grafschaft Ortenburg hatte allerdings bereits 1563 die Reformation eingeführt, die jedoch vom bayerischen Herzog Albrecht bestritten wurde. Wie das Dekanat Passau am Freitag mitteilte, würdigen vier Historiker den herausragenden Moment der Geschichte der Grafschaft Ortenburg mit ihren Vorträgen.
"Der Kampf um die Reichsunmittelbarkeit. Ortenburger und Wittelsbacher im Konflikt" lautet der Vortrag, den Bernhard Lübbers, Leiter der Staatlichen Bibliothek Regensburg, beim Symposium hält. Weitere Referenten sind Pankraz von Freyberg (Passau), der über seinen gleichnamigen Vorfahren, einen Unternehmer und Wegbegleiter des Ortenburger Grafen Joachim, spricht, sowie Stefan Wild, dessen Vortrag die ortenburgische Herrschaft Mattighofen behandelt. Außerdem referiert der Neuburger Kreisheimatpfleger zu "Die Verbindungen zwischen den evangelisch-lutherischen Grafschaften Ortenburg und Neuburg am Inn".
Zu den Vorträgen laden die Evangelische Bildung in Ostbayern und der Förderkreis Schloss Ortenburg ein. Beginn ist um 10.30 Uhr im Gräfinnenzimmer. Die Vorträge enden gegen 16.30 Uhr, bis 19 Uhr seien weitere Gespräche im Schlosskeller geplant.