Rottach-Egern (epd). 38 Missbrauchs-Betroffene und ihre Angehörigen haben am "4. Tag der Begegnung" der Erzdiözese München und Freising teilgenommen. Kardinal Reinhard Marx nannte es bei dem Treffen am Samstag in Rottach-Egern (Landkreis Miesbach) "eine große Leistung", dass die Teilnehmenden trotz des erfahrenen Unrechts mit der Kirche im Gespräch blieben, teilte die Erzdiözese in einer Presseerklärung mit. Wer Missbrauch im kirchlichen Raum erlitten habe, sei willkommen - unabhängig davon, in welchem Bistum oder Orden dies geschehen sei, betonte der Kardinal: "Wer in unserem Erzbistum wohnt, gehört zu mir. Sie dürfen darauf vertrauen, dass wir mit Ihnen gehen."

Generalvikar Christoph Klingan betonte, dass Aufarbeitung kein abgeschlossener Prozess sei: "Wir sind auf einem Weg, wir gehen weiter." Der Dialog mit Betroffenen sei wichtig, "damit wir erfahren können, wo wir noch mehr unterstützen können." Im Beraterstab des Erzbischofs sei zuletzt deutlich geworden, wie wichtig es sei, verstärkt die Frage in den Blick zu nehmen: "Was bedeutet geschehener Missbrauch für die Angehörigen von Betroffenen?" Angehörige könnten zur Seite stehen, seien dabei jedoch häufig selbst stark belastet und manchmal überfordert, erläuterte Margret Schlierf, Leiterin der Ehe-, Familien- und Lebensberatung (EFL) der Erzdiözese.

Schlierf verwies auf neu geschaffene Angebote für Angehörige in drei Beratungsstellen der EFL in Freising, Mühldorf und Rosenheim, die allen Ratsuchenden offen stünden. Der "4. Tag der Begegnung" richtete sich den Angaben zufolge besonders an Menschen, die als Kinder oder Jugendliche sexuellen Missbrauch durch Mitarbeitende der Erzdiözese München und Freising erfahren haben.