München (epd). Die bayerische Gesundheitsministerin Judith Gerlach (CSU) hat beim Thema Organspende erneut für die sogenannte Widerspruchslösung geworben. "Aktuell warten in Bayern rund 1.050 Menschen auf ein lebenswichtiges Spenderorgan - deutschlandweit sind es rund 8.000", sagte Gerlach am Freitag laut Mitteilung mit Blick auf den Tag der Organspende am 6. Juni. "Diese Zahlen sind bedrückend." Demgegenüber habe es von Januar bis einschließlich Mai dieses Jahres in Bayern nach Angaben der Deutschen Stiftung Organtransplantation nur 67 postmortale Organspender gegeben.
Auch wenn dies 6 Menschen mehr gewesen seien als im gleichen Vorjahreszeitraum, ließen diese Zahlen jedoch keine Rückschlüsse auf einen allgemeinen Trend zu, sagte Gerlach. Sie setze sich deshalb weiter für die Widerspruchslösung ein. Bei der Widerspruchslösung wäre die Organspende der Normalfall: Jeder und jede wäre bei Vorliegen der medizinischen Voraussetzungen automatisch Organspender, es sei denn, er oder sie widerspricht aktiv.
Die eigene Entscheidung dokumentieren
Jeder und jede sollte sich aktiv mit dem Thema auseinandersetzen, forderte die Gesundheitsministerin. Laut einer Umfrage des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit von 2024 stünden 85 Prozent der Menschen in Deutschland dem Thema Organspende positiv gegenüber. Trotzdem habe nach eigenen Angaben nur etwa ein Drittel einen Organspendeausweis. Es sei aber wichtig, selbst zu Lebzeiten für Klarheit zu sorgen und die eigene Entscheidung auch zu dokumentieren, um den Angehörigen die Last einer Entscheidung in schweren Stunden abzunehmen, sagte Gerlach.