Hermannsburg, München (epd). Der promovierte Theologe Emmanuel Kileo übernimmt zum 1. November das Amt des Direktors des Evangelisch-lutherischen Missionswerks in Niedersachsen. Die traditionsreiche Einrichtung in Hermannsburg beruft damit erstmals einen Pfarrer aus einem afrikanischen Land an seine Spitze, wie das Missionswerk und die hannoversche Landeskirche am Montag mitteilten.
Der 48-jährige Emmanuel Kileo hat seit mehr als 20 Jahren sowohl in der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Tansania als auch als ökumenischer Mitarbeiter der bayerischen Landeskirche in unterschiedlichen Funktionen gearbeitet - sowohl in der Gemeinde als auch in der Forschung. Von 2007 bis 2014 war er in Bayern tätig, unter anderem als Gemeindepfarrer in der evangelischen Dreifaltigkeitskirche in Kaufbeuren und bei Mission EineWelt, dem Centrum für Partnerschaft, Entwicklung und Mission der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern.
Für seine Promotion an der Augustana-Hochschule in Neuendettelsau befasste er sich mit Rassismus in kirchlichen und karitativen Kontexten. Seine Dissertation erschien auch als Buch unter dem Titel "Weißsein als ideologisches Konstrukt in kirchlichen Süd-Nord-Partnerschaften".
"Ich freue mich sehr, dass mit Emmanuel Kileo erstmals ein Theologe aus Tansania und damit vom afrikanischen Kontinent die Leitung des Missionswerks übernimmt", sagte Landesbischof Ralf Meister. Mit seinen Tätigkeiten in Tansania und Bayern bringe er ideale Voraussetzungen mit, um Brückenbauer zwischen Kulturen und Religionen zu sein. Kileo verfüge über interreligiöse Kompetenz und eine profunde Kenntnis unterschiedlicher kirchlicher Traditionen und Realitäten in Europa und Afrika, hieß es. Das Hermannsburger Missionswerk arbeitet heute mit 22 Kirchen in 17 Ländern auf vier Kontinenten zusammen.