München (epd). Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat die Verdienste des verstorbenen ehemaligen Staatsministers Hans Maurer (CSU) gewürdigt. "Hans Maurer hat sich über Jahrzehnte in den Dienst des Freistaats und der Menschen gestellt - als Landtagsabgeordneter genauso wie als Staatssekretär und Landwirtschaftsminister", sagte Söder laut Mitteilung. "Bayern trauert um einen Staatsmann erster Güte." Maurer starb nach Medienberichten nach kurzer Krankheit am Samstag im Alter von 93 Jahren im Klinikum Ansbach.
Aufgewachsen auf dem elterlichen Bauernhof in Mittelfranken habe er als Minister immer ein offenes Ohr für die bayerischen Landwirte gehabt und sich für sie eingesetzt, sagte Söder weiter. Auch Bayerns Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber (CSU) betonte die tiefe Verbundenheit Maurers "mit unserer Landwirtschaft und den Menschen im ländlichen Raum".
Aktiver evangelischer Christ
Maurer wurde 1933 geboren und trat 1960 in die CSU ein. Seit 1962 war er Lehrer an Grund- und Hauptschulen. Von 1970 bis 1998 gehörte er dem Bayerischen Landtag an, von 1990 bis 1993 war er Landwirtschaftsminister. Lange Jahre war der evangelische Politiker Bezirksvorsitzender des Evangelischen Arbeitskreises der CSU Mittelfranken und förderte unter anderem die Entstehung der Evangelischen Schule in Ansbach.
Maurer kam im Diakonie-Krankenhaus in Neuendettelsau zur Welt und hielt die Verbindung zu seinem Geburtsort zeitlebens aufrecht, teilte die Diakonie (heute: diakoneo) 2012 zur Verabschiedung Maurers aus seinen Ämtern bei der Sozialeinrichtung mit. So engagierte er sich unter anderem im Industriebeirat der Werkstätten für Menschen mit Behinderung. Seit Gründung der Löhe-Kulturstiftung im Jahr 2002 gehörte er deren Beirat an. 2008 wurde ihm gemeinsam mit dem damaligen bayerischen Landesbischof Johannes Friedrich die neu geschaffene Löhe-Medaille der Diakonie Neuendettelsau verliehen für seine Verdienste um das Erbe ihres Gründers Wilhelm Löhe.
Maurer wurde außerdem mit dem Bayerischen Verdienstorden und dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet sowie 2018 mit dem Frankenwürfel für Mittelfranken für seine Verdienste als "fränkischer Botschafter" in der Landeshauptstadt.