Tutzing, München (epd). Ende Oktober scheidet der bayerische evangelische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm aus seinem Amt - zuvor widmet ihm die Evangelische Akademie in Tutzing an diesem Wochenende (7. bis 9. Juli) ein hochkarätig und international besetztes Symposium: "Politisches Christentum und christliche Politik." Bei der Tagung sollen laut einer Mitteilung der bayerischen Landeskirche vom Montag Fragen geklärt werden, wie etwa: In wessen Namen spricht, wer im Namen des Christentums seine Stimme erhebt? Sind die politischen Positionierungen der evangelischen Kirche erwartbar geworden? Und: Ist das nun eine Stärke oder eine Schwäche? Auch Bedford-Strohms Programm einer "öffentlichen Theologe" wird Teil der Debatte sein.
Aus dem politischen und religiösen Bereich werden hochrangige Vertreter erwartet, die entweder Vorträge halten oder an Diskussionen teilnehmen, wie sowohl Landeskirche als auch Evangelische Akademie Tutzing mitteilten. So sprechen beispielsweise der Chef der Bayerischen Staatskanzlei, Florian Herrmann (CSU) und der Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, Sven Giegold (Grüne), am Freitagabend. Auch kommen der Münchner Erzbischof Kardinal Reinhard Marx zur Tagung, ebenso der Generalsekretär des Weltkirchenrats, Jerry Pillay, die Präses der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Anna-Nicole Heinrich, der Präsident des Zentralrates der Juden, Josef Schuster, sowie zahlreichen theologische Wissenschaftler.
Im Anschluss an die Tagung werden am Sonntagmittag Bedford-Strohm sowie der Erzbischof von Kapstadt und Primas der anglikanischen Kirche km Südlichen Afrika, Thabo Makgoba, mit dem "Tutzinger Löwen" der Evangelischen Akademie ausgezeichnet. Die Akademie wolle mit der Auszeichnung die Arbeit der beiden würdigen, teilte sie am Montag mit. "Ihr Engagement ist davon geprägt, Demokratie und Zivilgesellschaft zu stärken", erläuterte Akademie-Direktor Pfarrer Udo Hahn. Mit der Preisverleihung wolle man beiden auch "für die Unterstützung der Partnerschaft zwischen der Evangelischen Akademie Tutzing und der Ecumenical Foundation of Southern Africa in Stellenbosch" danken, hieß es weiter.