Augsburg, Hilpoltstein (epd). Viele Gartenbesitzer in Bayern bewerben sich um die Plakette "Vogelfreundlicher Garten". Das Landesamt für Umwelt und der bayerische Naturschutzverbands LBV (Landesverband für Vogel- und Naturschutz) hätten seit Projektstart im vergangenen Jahr mehr als 2.100 Gärten damit ausgezeichnet, teilten sie in einer gemeinsamen Mitteilung am Mittwoch mit. Noch über 1.600 Antragssteller würden auf den Besuch der ehrenamtlichen Juroren warten, um ihren Garten bewerten zu lassen.

Die Auszeichnung "Vogelfreundlicher Garten" erhalten Menschen, die mehr Natur in ihren privaten Gärten zulassen, heißt es in der Mitteilung. "Wer beispielsweise die Wilde Möhre blühen lässt, lockt den Schwalbenschwanz, einen seltenen Schmetterling, in den eigenen Garten", erklärte die Leiterin des Bayerischen Artenschutzzentrums, Ines Langensiepen.

Mit der Plakette am Zaun oder Tor können die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auch andere ermutigen. Sie könnten zeigen: "Unser Garten ist wild, überall stehen Wildstauden und Blumen, nichts ist in Reih und Glied. Viele Vögel, Schmetterlinge, Bienen und andere Insekten fühlen sich hier sehr wohl", erklärte Influencerin und Selbstversorgerin Sabrina Wagner.

Noch bis in den Oktober sind 550 Bewerterinnen in Teams im Freistaat unterwegs. "Bei ihrer Bewertung achten sie darauf, ob es eine Wildblumenwiese, Beerensträucher und heimische Stauden, alte Obstbäume, Totholz oder einen Gartenteich im Garten gibt. Ob er klein oder groß ist, ist dabei völlig egal", erklärte die LBV-Projektleiterin Anke Brüchert. Keine Plakette erhält dagegen, wer Pestizide, Mähroboter oder Laubbläser einsetzt, Pflanzflächen mit Unkrautvlies und Kies bedeckt, Rindenmulch oder Hackschnitzel verwendet und Flächen unnötig versiegelt.

Anmeldungen für die Bewertung des eigenen, privaten Gartens sind weiterhin möglich. Bewertung könnten aber wohl erst im kommenden Jahr wieder durchgeführt werden, hieß es.