München (epd). Die Mehrheit der Bayern ist gegen den Abschuss von Fischottern. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag des WWF Deutschland. Demnach bewertet eine knappe Mehrheit der Bayern von 53,5 Prozent (bundesweit: 59,5 Prozent) es als negativ, dass die Bayerische Staatsregierung das Töten von Fischottern erlaubt hat. Etwa ein Viertel (26,2 Prozent) sieht die Entscheidung positiv (bundesweit: 14,6 Prozent).
68,7 Prozent der Menschen in Bayern begrüßen es, dass die einst beinahe ausgestorbene Tierart sich in Deutschland wieder ausbreitet, 12,2 Prozent lehnen dies ab. "Die Rückkehr der Fischotter nach Bayern ist ein Ergebnis jahrzehntelanger Artenschutzarbeit, das es zu verteidigen gilt", sagte Moritz Klose, Wildtierexperte beim WWF Deutschland. Um den Mensch-Tier-Konflikt, der sich vor allem entlang der Ufer von Fischteichen entzündet, zu befrieden, schlägt der WWF eine verstärkte Beratung, bessere Schutzmaßnahmen und Kompensationen der Teichwirtschaften vor.
Die bayerische Staatsregierung erlaubt seit August per Ausnahmeverordnung den Abschuss der streng geschützten Art ohne "aufwendige Einzelgenehmigungen" in Ostbayern. Einen WWF-Eil-Appell gegen die Abschussfreigabe von Fischottern in Bayern haben laut eigener Webseite inzwischen mehr als 68.000 Menschen gezeichnet. Darin werden Ministerpräsident Markus Söder und Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber (beide CSU) aufgefordert, die Abschussgenehmigung für Fischotter in Bayern sofort zurückzunehmen.