München (epd). Der Mangel an pädagogischem Fachpersonal ist in bayerischen Kitas laut einer Umfrage der Normalzustand. 94 Prozent der befragten bayerischen Kita-Leitungen gab bei der Umfrage des Deutschen Kitaleitungskongresses (DKLK) an, dass sie nach eigener Wahrnehmung in den vergangenen zwölf Monaten mit Personalunterdeckung gearbeitet haben, wie der Bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) am Donnerstag mitteilte. BLLV-Präsidentin Simone Fleischmann hatte die Studien-Ergebnisse beim DKLK am Donnerstag und Freitag in München vorgestellt. Bayernweit wurden 995 Kita-Leitungen befragt.

Zudem gaben 19 Prozent der Kita-Leitungen an, dass in mehr als 60 Prozent der Zeit noch nicht einmal eine Minimalbesetzung vorhanden war. Die Ergebnisse der Länderauswertung zeigten die Dramatik der aktuellen Situation in Bayern, teilte der BLLV mit. Die Auswirkungen des Personalmangels in den bayerischen Kitas bekomme das pädagogische Fachpersonal tagtäglich zu spüren. Die Personalunterdeckung führt zu mehr Fehlzeiten sowie Krankmeldungen und verstärkt die Unzufriedenheit mit der pädagogischen Arbeit seitens der Mitarbeitenden. Die Folge: Langjährige Fachkräfte verlassen den Bereich der frühkindlichen Bildung.

Rund 91 Prozent der Befragten in Bayern schätzen die Fachkraft-Kind-Relation für Kinder unter drei Jahren als schlechter als empfohlen ein. Pädagogische Angebote entfielen, Notgruppen würden gebildet und 16 Prozent der Befragten schätzen, dass Kinder aufgrund des Personalmangels nicht mehr in die Kitas wollen. Die BLLV-Präsidentin sagte dazu, den Personalmangel in Kitas und dessen Folgen könnten später auch die Schulen nicht auffangen. "Es ist lange bekannt, dass sich Ungleichheiten, die im jungen Alter entstehen, im weiteren Bildungsverlauf verfestigen und aufsummieren", erläuterte Fleischmann.